Dialog mit sich selbst

Ein Mädchen (lange Haare, Mädchen-Klamotten, ihr Name: Melanie) und ein Junge (kurze Haare, Jungs-Klamotten, sein Name: Milan), stehen sich wütend gegenüber, zwischen ihnen ein Spiegel. Abgesehen von den Haaren und den Klamotten sehen sie gleich aus.

Milan: Lass ihn in Ruhe, Melanie, ICH war zuerst da gewesen!
Melanie: ICH soll sie in Ruhe lassen? Dasselbe könnte ich dir sagen, Milan! Sie will nichts mehr von dir wissen!
Milan: Entschuldige mal, wir sind uns doch bitte einig, dass er wie ich ist! Seit seiner Geburt waren wir vereint! Wir haben Fußball gespielt, Pokémon-Karten gesammelt und von einem Ferrari geträumt. Während du – was gemacht hast? Mit Puppen gespielt?
Melanie: Das ist ein schreckliches Klischee, warum musst du immer so eingeschränkt sein? Und du weißt genau, dass ich auch wie sie bin! Und wie sehr sie sich Schminke und ein Kleid gewünscht hat! Aber du und deine „tollen“ Freunde haben sie ja davon abgehalten!
Milan: Pff, alles nur Lügen! Deine vieles Make-Up hat wohl dein Gehirn vernebelt!
Melanie: Und deine ganzen Ballerspiele machen dich noch dümmer als du sowieso schon bist. Typisch Jungs!
Milan: Fängst wohl gleich an zu heulen was? (äfft sie nach) „Typisch Mädchen!“
Melanie: Jetzt hör‘ mir mal gut zu, Milan! Das mit euch ist Vergangenheit! Ihr hattet eine schöne Zeit, aber sie war nie vollkommen glücklich. Aber mit mir ist sie das! Du musst lernen sie los zu lassen, wenn du das Beste für sie willst! Denn jetzt ist sie älter und kann sich endlich entscheiden, endlich hat sie eine Wahl!
Milan: Aber er –
Plötzlich erklingt ein lauter Knall, der Spiegel zerspringt und Milan taumelt getroffen rückwärts. Sein Gesicht ist verwirrt und schmerzverzehrt.
Milan: Melanie? Was… Was war das?
Er verschwindet.
Melanie: Sie hat sich entschieden.
Dann verschwindet auch sie. Eine neue Person erscheint. Sie sieht aus wie die beiden. Haare und Stimme wie Milan, Klamotten und Schminke wie Melanie.
Fremde Person: Hallo, ich bin Melanie. Ab heute.

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