Happy End, oder was?

Sie: Oh, schau mal. Sie streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht!
Er: Das sollte er eigentlich machen.
Du: Genau! Das sollte ich eigentlich machen.
Ich: Wie bitte?
Er: Die Haarsträhne aus dem Gesicht streichen. Das wird normalerweise nur beschrieben, wenn das jemand anderes macht.
Sie: Wenn das ein spezieller Jemand macht.
Ich: Aber nicht du.
Du: Aber nicht ich…?
Ich: Es hat schon seinen Sinn, dass die Gute hier (deutet auf sie) das eben beschrieben hat. Du wirst das nie wieder machen. Und wenn ich es mein Leben lang selbst tun muss…
Er: Oh, das klingt aber schwer nach Verbitterung.
Sie: Nein, das klingt, als wäre sie auch ohne ihn in der Lage, ihr Leben zu leben.
Er: Happy End, oder was? Und sie lebten glücklich, bis…
Du: Ach komm, Kumpel, wer kann denn da von glücklich reden?
Sie: Du sicher nicht, aber um dich geht es ja nicht. Und sie lebte glücklich, bis…
Ich: So endet meine Geschichte jetzt also? Ich sage ihm, es ist aus und dann werde ich in die ewigen Happy-End-Gründe geschickt?
Sie: Aber du wirst doch glücklich.
Du: Ohne mich?
Ich: Ohne ihn?
Er: Vielleicht auch nicht. So was braucht seine Zeit.
Ich: Und was ist, wenn es solange dauert, bis mir alle Haare ausgefallen sind?
Sie: Dann musst du sie dir auch nicht mehr aus dem Gesicht streichen.

Kommentare

  1. Von Sophia am

    Musste es zwei Mal lesen, um bei „Er“, „Sie“, „Du“ und „Ich“ durchzublicken. Aber ist wirklich super geschrieben, sogar mit einer ganz witzigen Pointe am Schluss. Regt zum nachdenken an.

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