Warum erst morgen aufgeben?
Tom: „Mutig sein heißt, an der Beerdigung deines Vaters, nicht in das offene Grab zu springen“
*nimmt einen Schluck aus einer Bierflasche und stellt sie auf einen Grabstein
Basti: „Wär aber krass gewesen“
Tom: „Wär auch mutig gewesen, es doch zu tun“
Basti: „Mutig sein heißt, das Aufgeben immer um einen Tag nach vorne zu schieben“
Tom: „Oder es heißt, endlich zu akzeptieren, dass Aufgeben, die einzig wahre Option ist“
Basti: „Dafür ist morgen noch genug Zeit“
Tom: *seufzt „Das sagt du mir morgen auch“
Basti: „Mutig sein heißt, weiterzumachen und gleichzeitig das Andenken zu bewahren, ohne alle Gefühle zu verdrängen“ *kniet sich auf die lockere Erde, räuspert sich und geht mit dem Gesicht ganz Nah an den Boden „Danke Herr Müller, dass Sie den Tom gemacht haben“
Tom: *schnaubt und schüttelt den Kopf, muss aber auch grinsen „Viel dazu beigetragen, hat er in den letzten Jahren nicht“
Basti: „Dann trinken wir eben heute auf unseren eigenen Verdienst und unseren eigenen Mut“ *nimmt Bierflasche von Grabstein und gießt etwas auf die Erde, Tom schnappt sie ihm weg
Tom: „Oder wir trinken, um den Mut überhaupt zu haben“ *läuft einmal im Kreis um das Grab „Mutig sein, ist scheiße“
*nimmt noch einen Schluck und wirft dann die Flasche vor den Stein. Plötzlich fängt er an zu tanzen
Basti: „Du siehst aus wie Tom Holland als Rihanna“ *rappelt sich auf und klopft den Dreck von sich ab
Tom: *leicht außer Atem „Mutig sein heißt, verdammt nochmal einfach zu tanzen, wenn die Welt eh nicht mehr zu retten ist“
*Basti steigt in die Bewegungen mit ein. Nach einer Weile beruhigen sie sich wieder und hocken zusammen neben den Stein. Basti öffnet zwei neue Bierflaschen und reicht Tom eine.
Tom: *wischt sich Schweiß von der Stirn „Morgen geben wir auf“
Basti: „Aber vielleicht auch erst übermorgen“