Mut, loszulassen

MAYA: Wie lange willst du dir das eigentlich noch antun?
ICH: Was meinst du?
MAYA: (Mit einem vorwurfsvollen Blick) du weißt genau, was ich meine – du hast es nicht verdient die ganze Zeit zu verzeihen bei ihm zu bleiben und jeden Tag verletzt zu werden. Das tut dir nicht gut.
ICH: (Überlegend) ich weiß, dass du recht hast. (Senkt den Blick) aber ich liebe ihn doch.
MAYA: (Kommt einen Schritt näher) manchmal reicht Liebe alleine nicht, um Dinge zu reparieren, die nicht sein sollen. Vor allem dann nicht, wenn du alleine kämpfst.
ICH: (Widersprechend) ja – aber ich kann ihn nicht einfach so loslassen.
MAYA: (Liebevoll aber direkt) warum nicht? Was hält dich an einer Person, die dich so schlecht behandelt?
ICH: Ich habe Hoffnung – Hoffnung, dass er irgendwann einsieht, dass er sich ändern kann – dass es das wert ist – weil ihn Menschen lieben und sie um ihn kämpfen.
MAYA: Wie willst du jemanden lieben, der sich selber hasst?
ICH: Es geht – wenn man nicht aufgibt. Es braucht viel Stärke, aber man kann kämpfen. (Schaut etwas verletzt)
MAYA: Aber an einem gewissen Zeitpunkt musst du realisieren, dass das Kämpfen nichts mehr mit Stärke, sondern nur noch mit Selbstverlust zu tun hat.
ICH: (Etwas überrascht und zögernd) Selbstverlust?
MAYA: Ja – merkst du nicht, wie du dich selber verlierst zwischen dem ganzen Hin und Her?
ICH: (Zögernd) ja – doch schon – irgendwo vielleicht – aber ich habe das Gefühl, wenn ich ihn loslasse und aufgebe, bin ich schwach und habe nicht alles getan, was ich hätte tun können.
MAYA: Das hat nichts mit Schwäche zu tun. Im Gegenteil. Es ist verdammt mutig. Du bist niemals und in keiner Weise dafür verantwortlich, wie jemand anderes sich entscheidet sein Leben zu führen.

Schreibe einen Kommentar