Traust du dich?
(Ein Mann und eine Frau stehen in einem Wohnzimmer, angespannte Atmosphäre.)
John (Margarets Blick vermeidend): Du gehst also.
Margaret: Ja.
John schweigt.
Margaret (halt ihm ein kleines Päckchen hin): Du hast das Buch bei deinem letzten Besuch nicht beendet.
John: Ich weiß. Danke.
Margaret (zögerlich): Ich muss gehen. Lebwohl.
John schweigt.
Margaret (geht ein paar Schritte weg): Ich … kann nicht bleiben.
John: Ich weiß.
Margaret: Möchtest … möchtest du vielleicht auch einmal fort?
John (blickt langsam hoch): Ich war noch nie fort.
Margaret (flüstert): Das war ich auch nicht, bevor ich hierher … zur dir … kam.
John: Ich weiß.
Margaret: Dann … Lebwohl.
John schweigt.
Margaret geht.
John: Warte!
Margaret (mit hoffnungsvollem Blick): Ja?
John: Ich … ich liebe dich.
Margaret: Ich dich auch.
John lächelt.
Margaret: Kommst du mit?
John: Kommst du zurück?
Margaret: Das werde ich.
John: Und ich werde warten.
Margaret: Aber ich bin ein halbes Jahr fort, in der Zeit kann viel passieren.
John: Ich weiß.
Margaret (blinzelt Tränen weg): Du bleibst trotzdem?
John: Ja.
Margaret: Weshalb?
John: Weißt du, ich habe noch nie diese Stadt verlassen. Ich wurde hier geboren, bin hier aufgewachsen, ich liebe diese Stadt! Fast so sehr, wie ich dich liebe.
Margaret: Du traust dich nicht zu gehen.
John: Aber ich traue mich, auf dich zu warten. Wenn das Liebe ist, dann macht ein halbes Jahr auch nichts aus.
Margaret und John küssen sich und sie geht.