Hinterkopf
(Schüchternes Mädchen sieht einen attraktiven Jungen alleine auf einer Parkbank, schaut verlegen hin, dann weg, wieder hin)
Mädchen: Was, wenn ich ihn anspreche?
Hinterkopf: Dann sieht er, wie blöd, dumm und hässlich du bist. Dass du mir das ja nicht vergisst.
Mädchen: Wenn ich einfach auf ihn zugehe und ihn anspreche?
Hinterkopf: Er wird dich hassen, dich auslachen, du wirst es vermasseln und das verpassen wir am besten.
Mädchen: Ich könnte ihn nach seiner Nummer fragen.
Hinterkopf: Doch willst du das wirklich wagen? Wird er dich nicht wegen deiner Hässlichkeit verklagen?
Mädchen: Vielleicht steht er auch auf mich. Vielleicht kommen wir zusammen.
Hinterkopf: Nicht gleich probieren, ihn lieber vorher lange studieren.
Mädchen: Vielleicht sind wir in zehn Jahren glücklich und haben zwei Kinder.
Hinterkopf: Oder er ist in eine andere verliebt, eine bessere, die nicht so vermessen, so besessen ist.
Mädchen: Vielleicht lieben wir uns bis ans Ende unserer Tage.
Hinterkopf: Liebe?! Nein, er liebt dich nicht, glaub das nicht!
Mädchen: Vielleicht überlegt er gerade, ob er mich ansprechen soll.
Hinterkopf: Dafür müsstest du doch liebenswert sein und nicht so dick und klein.
Mädchen (geht zu dem Jungen): Hey … ähm hallo. Ich heiße Emily. Hättest du zufällig Lust –
Junge: Hey, ich habe eine Freundin, entschuldige.
Mädchen: Ach so. Okay. Tut mir leid.
Junge (lächelt): Alles gut, aber voll mutig von dir. Schönen Tag noch!
Mädchen (geht wieder weg): Danke, dir auch!
Hinterkopf: Na, siehst du! Das war doch sowas von klar, bist du dir jetzt gewahr, dass du niemals –
Mädchen: Und du hältst jetzt den Mund.
(Hinterkopf ist überrascht.)
Mädchen: Ich habe mich getraut! Ich habe noch nie einen Jungen angesprochen. Ich bin … mutig.
Hinterkopf (schweigt)
Mädchen (stutzt): Endlich Ruhe.