Mal sehen, ob es ein Zeichenlimit für die Überschrift gibt. Laut den Regeln gibt es nur ein Limit für den Text, aber keinen für den Titel. So wäre es doch in Ordnung und erlaubt, den Text einen etwas längeren Titel zu geben, der über die Durchschnittslänge herausragt, da der Titel nicht Teil des Minidramas ist. Deshalb habe ich mich entschieden, diesem Werk einen längeren Titel zu verpassen, da dieser meiner Meinung nach diesen gut widerspiegelt.
(Licht aus. Porzellangeklirr ist zu hören, gefolgt von abklopfenden Händen an der Kleidung. Licht an. Ein Möbelladen ist aufgebaut, sichtbar sind Stühle, Tische, ein Bett, Porzellanvasen uvm. Stimmengewirr.)
LADENBESITZER (hängt einen Banner auf) Neueröffnung, Neueröffnung! Weiche Betten, feine Möbel!
AUS DEM OFF Das stand in der Zeitung, die Designs dort sind absolut zeitlos!
OFF Schau dir die Vasen an- so wunderschön!
LB (nervös) Danke, danke, danke sehr.
(PASSAGIER betritt die Bühne, schaut sich um, streift den Stuhl abwesend mit den Fingern)
LB Oh hey, ach so, ja der Stuhl, das ganze Set finden Sie im hinteren Abteil
P Der Stuhl- Nein, alles gut.
(P schaut nochmal zurück, geht dann. LB zögert, eilt dann P hinterher.)
LB Warte! Ist es etwa der Stuhl, der Sie stört?
P Stören ist… nicht das richtige Wort. Meine Mutter hat dieselben Stühle. Genau die Gleichen. Die Ärzte sagen, sie hat kaum mehr Zeit. Ihr letzter Wunsch ist es, mit mir noch einmal schwimmen zu gehen.
LB Klingt nicht gut. Ist das den möglich?
P Ja, aber ich habe immense Angst vor Wasser. Schwimmen habe ich nie gelernt. Es tut mir so leid, Mutter.
(P setzt sich auf den Stuhl)
LB Nicht doch, noch ist es nicht zu spät. Ich kenne einen einen, der Schwimmkurse gibt, er kann dir Schwimmen beibringen. Du kannst deine Angst überwinden!
(LB kritzelt eine Handynummer auf einen Zettel, überreicht ihn)
P Damit- schaffe ich das vielleicht.
(P verlässt die Bühne und wirft den Stuhl um. LB bemerkt dies nicht. KIND rennt gegen P)
KIND (frech) Ups, sorry
(K stürzt sich auf das Bett, umarmt die Bettwäsche)
K So weich, die Bettwäsche.
( K kichert, wirft die Bettwäsche in die Luft)
(Pause)
K Ich wünschte, Lia könnte sich wieder über die Bettwäsche freuen. Wie früher! Aber jetzt wacht sie täglich nur noch mit Albträumen auf.
LB (atmet tief ein, dreht sich dann um) Lia, eine Freundin von dir?
K Ja. Sie war früher immer die Lauteste, jetzt sitzt sie einfach nur da. Letztens war sie uninteressiert an allem. Sie hat Dinge gesagt, die mir Angst machen, dass sie keinen Sinn mehr sieht. Ich muss ihr Hilfe holen! Aber ich traue mich nicht. Was, wenn sie mir das übel nimmt?
LB Hey, du.
(LB bindet K die Decke um wie ein Umhang)
LB Wenn die Wahrheit sie rettet, ist Schweigen nicht immer Loyalität. Zeig ihr dass sie nicht alleine damit ist, rede mit jemanden, der ihr helfen kann ihre Sorgen und Probleme zu lösen. Los gehts, du bist nur einen kleinen Schritt entfernt.
K Nur einen kleinen Schritt. (Lächelt) Das ist möglich.
(K springt auf, rennt von der Bühne, wirft eine Vase von einem Schrank. Niemand bemerkt die Vase. LB ist im Gegensatz vollkommen erschöpft)
(Pause)
OFF Habt ihr gehört? Der neue Möbelladen ist so eine Platzverschwendung.
OFF Ja, der Ladenbesitzer redet nie mit den Kunden, die Fragen haben.
(LB geht lächelnd zum Banner, reißt ihn ab und lässt das Abgerissene auf den Boden liegen. Darunter ein Banner mit „Räumungsverkauf 70% Rabatt“)
OFF Nicht nur das, das Schaubett hatte nicht mal eine Decke. Letztens lagen auch noch zerbrochene Vasen auf dem Boden.
(LB verlässt die Bühne, rotes Licht)
(Pause)
(GELEHRTER betritt die Bühne, betrachtet die Möbel, nimmt ein Trinkglas in die Hand, setzt sich am Bühnenrand)
G Morgen halte ich eine Rede. Ich möchte meine Meinung sagen. Ich habe einen Entwurf wie wir viel effizienter Energien gewinnen können, etwas das es noch nie gab. Aber- ich finde keinen Mut dazu. Ich finde einfach keinen Mut dazu. Ich kann das nicht.
G Ich sage die Rede ab. Ich werde mich nicht hinstellen. Ich habe Angst dass man mich beleidigt.
(Licht aus. Scheinwerfer auf K und P, die die Bühne betreten. Das Bettlaken ist um Ks Bein gebunden wie eine Manschette)
P Meine Mutter möchte mit mir Reisen gehen, aber ich habe Angst vor den Gefahren. Jemand sag mir, was soll ich nur tun?
// Danke für das Durchlesen und Bewerten, ich freue mich auf jede Kritik!