Rise of Brooklyn: das Mini Drama

Das Licht geht an. Ein Mädchen mit einer Kapuze (Brooklyn) rennt auf die Bühne. Die Angst steht ihr in den Augen geschrieben. Sie hört eine Gruppe, die in ihre Nähe kommt.

Brooklyn (Monolog): Was soll ich jetzt machen? Was habe ich überhaupt schon wieder getan?

Eine Gruppe Schüler, von denen sie scheinbar verfolgt wird, erreicht sie.

Yosha (läuft voran): Da ist ja der Angsthase.

Die Gruppe schubst Brooklyn und sie fällt hin. Alle lachen.

Yosha: Hau ab, du gehörst hier nicht hin!

Etwas weiter hinten, schon fast abseits des Geschehens, steht ein Junge (Jesse). Er macht weder mit, noch sagt er was. Dennoch steht er bei allen.

Pedro: Schaut euch ihre Kleidung an!

Magnus: Schaut euch SIE mal an!

Alle lachen.

Jesse (Monolog): Das ist nicht richtig. Brooklyn hat das nicht verdient. Sie ist eigentlich voll nett. Sie hat ein hartes Leben und wird dann noch so behandelt. Aber Yosha, er ist doch eigentlich…mein Freund. Und Magnus und Pedro und so…eigentlich auch.

Innerhalb des Kreises wird es lauter. Brooklyn wird auf dem Boden weitergeschubst, so dass sie nicht aufstehen kann.

Jesse schaut zum Kreis.

Brooklyn (kleinlaut): Hör auf.

Yosha: Was? Hat jemand was gesagt? Geht’s vielleicht lauter?

Er schubst sie weiter.

Yosha: Du bist schwach. Und wertlos. Hau einfach ab, keiner braucht dich!

Jesse (Monolog): Nein. Yosha ist kein Freund. Ich hab ihm merhmals gesagt, dass das nicht fair ist und er hat mich nicht ernst genommen. Er verhält sich unfair gegenüber Brooklyn. Ich werde Brooklyn helfen. Sie ist eine Freundin und hat das nicht verdient.

Jesse (nimmt all seinen Mut zusammen, atmet ein und brüllt): Stop!

Es wird still und alle drehen sich um. Brooklyn steht langsam auf und humpelt etwas weiter weg von der Gruppe.

Jesse: Aufhören!

Yosha (ruhiger Ton): Was ist denn jetzt mit dir?

Jesse (geht zu Yosha und brüllt weiter): Hört alle auf damit! Sie hat das nicht verdient! Wie widerlich seid ihr, einen Menschen aus Spaß SO zu behandeln? Hört auf damit, das ist Mobbing und nicht richtig!

Yosha (verdreht die Augen): Ja.

Jesse (brüllt weiter): Nichts ja, ich werde das alles melden! Es wird Zeit, dass sich hier was ändert!

Yosha (genervt): Chill do-

Jesse unterbricht ihn. Jesse geht durch die Gruppe in Richung Brooklyn. Während er an Yosha vorbeigeht, wirft er Yosha einen eiskalten, entschlossen Blick zu. Angekommen bei Brooklyn legt er seinen Arm auf ihre Schulter.

Jesse: Komm, Brooklyn. Wir gehen.

Yosha und die anderen schauen den beiden hinterher.

Brooklyn (zu Jesse): Danke, Jesse. Das war echt mutig von dir. Ich hätte mich das nicht getraut.

Jesse (schmunzelnd): Es hat sich richtig angefühlt.

Einige Jungs gehen weg von Yosha.

Das Licht geht aus.

Kommentare

  1. Von Lea Günter am

    Ich finde das Mini Drama sehr gut gelungen. Die Charaktere kriegen klare Emotionen und Charaktereigenschaften. Ich hab eine richtige Szene vor mir gesehen. Sollte verfilmt werden!!!

  2. Von Elsa am

    Ein realitätsnahes Drama, welches authentisch geschrieben wurde. Sehr schön!

  3. Von Elena am

    Ich finde das Drama super! Es ist realistisch, wenn es auch etwas an den Gründen fehlt wie hat es angefangen? Wie ist jemand so geworden? Und die Hintergründe, wie lange dauert diese Mobbing schon an usw.. Die Wendung der Situation ist jedoch sehr gut gelungen und mit einem Happy End fühlt sich der Zuschauer immer am wohlsten!
    Mach weiter Emmi! Du hast Talent und ein Gespür für Themen, die bewegen!!!
    Toll gemacht!!!

  4. Von Irina am

    Eine gelungene Kurzgeschichte über gelebte Zivilcourage – Inspiration für uns alle … Mut zum Hinsehen und Handeln! Eine starke Leistung Emilia!!!

  5. Von Irina am

    Eine gelungene Kurzgeschichte über gelebte Zivilcourage und eine Inspiration für unseren Alltag – Mut zum Hinsehen und Handeln! Eine tolle Leistung Emilia!!!!

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