Beste Freunde tun alles füreinander

Sia, das ist mein Name. Ja, genau das bin ich. Ich kann viel aber eins kann ich nicht: mutig sein. Das ist einfach nicht mein Ding und ich werde es wahrscheinlich auch niemals können. Das kann ich zwar nicht, aber eins kann ich: eine Freundin sein. Eine ziemlich gute Freundin. Und meine Freundin ist eine Superfreundin. Maja! Genau das ist sie. Die beste Freundin die man sich wünschen kann. Maja. Sie ist genau das Gegenteil von mir, wir passen aber komplett gut zueinander. Maja ist clever, mutig, selbstbewusst. Sie kann einfach alles, auch das, was ich nicht kann und genau das gefällt mir so gut an ihr. Eine Schwäche die hat sie aber: wenn sie Menschen mag, versucht sie das die anderen ihre Angst überwinden. Und das ist ein Problem, denn das versucht sie bei mir schon ewig. Ich traue mich aber trotzdem nichts. Und das beweist, dass ich es nie hinbekommen werde. Maja hat bei unserer Schule im Theater die Hauptrolle. Ich wollte sie am Anfang auch, aber natürlich hab ich mich nicht getraut. Genau so wie ich Klassensprecherin werden wollte. Das hat aber auch nicht geklappt. Maja versucht mich mit dem Theaterstück und dem Klassensprecher sein immer noch zu überreden, es ändert aber nichts. Heute wollte Maja unbedingt, dass ich ihr beim Proben helfe, denn in einer Woche ist das Stück. Wir saßen also auf dem Bett und übten. Ich kann jetzt sogar Majas Text auswendig. Heute ist das Theaterstück und ich sitze schon ungeduldig auf meinem Platz und warte auf Majas Auftritt. Doch auf einmal sehe ich wie sie runter stürmt und meine Hand nimmt und mich hoch schleift. Wir gingen in die Umkleide und sie machte die Tür zu. Ich fragte was los war aber sie fing gleich an zu reden: „Also ich habe eine super Idee. Wir haben doch schon ewig über diese Mutprobe geredet. Ich habe meine schon gemacht und jetzt bist du dran!“ Ich war geschockt. In 10 Minuten fängt das Stück an und sie will jetzt eine Mutprobe von mir! Sia: „Du spinnst doch, was soll ich jetzt machen? Auf der Bühne singen oder was?“ Maja: „Nein, du sollst meine Rolle übernehmen.“ Bitte WAS? Das konnte ich doch niemals machen. Da schoss mir aber ein Gedanke durch den Kopf: Maja tut alles für mich und das es mir gut geht. Jetzt muss ich mal etwas machen, was ihr gut tut. Und so besiege ich vielleicht meine Angst. Als ich umgezogen war und hinter der Bühne stand waren es noch zwei Minuten. Ich hatte Bauchkrämpfe, meine Hände schwitzten und ich dachte, mein Herz blieb stehen. So große Angst wie jetzt hatte ich noch nie in meinem ganzen Leben. Es waren noch ein paar Sekunden und als ich dachte „das wars mit meinem Leben“, sah ich noch einmal zu Maja und hörte ihre letzten Worte: „du schaffst das Sia, ich glaube an dich!“ Und das gab mir Stärke. Ich fühlte eine Energie in mir dass ich keine Angst hatte. Nach dem Stück waren alle stolz auf mich. Nach diesem Theaterstück und dieser Aktion waren Maja und ich noch bessere Freundinnen als davor und das verdanke ich alles ihr.
Genau da merkt man, dass es nicht schlecht ist, eine beste Freundin zu haben.

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