Der zerbrochene Mut
MUTTER: Wann kommst du heute Abend zurück?
TOCHTER: Gar nicht.
MUTTER: Wie, gar nicht? Was soll das denn heißen…?
TOCHTER: War`n Scherz, Mama. Halbacht bin ich wieder da, wie immer.
MUTTER: Denkst du dann daran, die Leuchteweste auf dem Fahrrad anzuziehen?
TOCHTER: Ja.
MUTTER: Und rufst du mich an, bevor du losfährst?
TOCHTER: Ok.
MUTTER: Und fährst du nur die Straßen, die beleuchtet sind?
TOCHTER: Jep.
MUTTER: Und hältst bitte auch nicht an, egal wer dich anspricht?
TOCHTER: Mama, willst du mir Angst machen?
MUTTER: Hast du Angst? Dann hol ich dich besser ab. Ich habe eh ein ungutes Gefühl.
TOCHTER: Ok. Bye.
Kommentare
Die letzten Zeilen haben mich zum Schmunzeln gebracht 🙂
Sehr starker Dialog! Es wirkt sehr realistisch und man kann selber direkt beide Seiten reflektieren. Weiter so:) Auf den ersten Blick, habe ich nicht gleich den Bezug zum Thema Mut erkannt, dann aber vermutet, dass er wahrscheinlich in der Beziehung selbst, im gegenseitigen Zutrauen/ Vertrauen und den jeweils eigenen Überlegungen/ Erfahrungen/ Wünsche/ Ängste der beiden steckt. Finde ich clever gemacht.