Das Licht im Dunkeln

(Man hört ein lautes und tiefes Seufzen. Es ist so tief, dass der Schmerz spürbar ist.)
LOCH Ich sehe es einfach nicht!
DUNKELHEIT Was meinst du? Was siehst du nicht?
LOCH Das was andere sehen. Das was sie in dir und mir sehen. Ich habe sie reden gehört.
DUNKELHEIT Was sehen sie denn in uns? Was haben sie gesagt?
LOCH Sie haben über uns geredet. Über das Dunkle, über das Ungewisse. Sie wissen nicht, was in uns vorgeht, da sie es nicht sehen. Sie haben Angst.
DUNKELHEIT Aber vor was haben sie denn Angst?
LOCH Vor dem, was sie nicht sehen. Vor dem, was nicht vorhanden ist.
DUNKELHEIT Aber wie können sie vor etwas Angst haben, dass es nicht gibt?
LOCH Sie wissen es nicht, aber sie gehen davon aus, dass es vorhanden ist. Denn von allem, was ungewiss und unerforscht ist, wird das Schlechte erwartet.
DUNKELHEIT Aber warum ist das so?
LOCH Ich weiß es nicht, denn ich sehe es nicht. Ich sehe nicht die Angst und das Gefährliche in uns. Da musst du sie fragen.
DUNKELHEIT Ich will sie fragen, aber wen genau soll ich denn fragen?
LOCH Du kannst jeden von ihnen fragen, denn sie denken alle gleich, sie fühlen alle das Gleiche. Jeder von ihnen verspürt Angst und anstatt, dass es sie verbindet, treibt es sie auseinander.
DUNKELHEIT Jeder von ihnen fühlt das Gleiche?
LOCH Jeder von ihnen, und auch wir. In uns allen geht das Gleiche vor, aber dies erkennt nicht jeder. Aber ja, jeder von ihnen fühlt die Angst und lässt diese die Überhand gewinnen. Jeder von ihnen, jeder von uns.
DUNKELHEIT Aber können wir nicht mit ihnen reden? Können wir ihnen nicht die Angst nehmen?
LOCH Doch, wir können es versuchen. Wir können versuchen Licht ins Dunkle zu bringen.

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