Die Jacke

(Eines Tages saß eine Jacke ganz ruhig auf einem Stuhl und grübelte über dies und das.
Bis auf einmal, ganz stürmisch und laut, ein mittelgroßes Mädchen herein platzte.)

Mädchen: Jacke, da bist du ja, ich habe dich schon überall gesucht! Wir müssen unbedingt miteinander reden.
Jacke: Ja klar, aber was gibt es denn so Dringendes?
Mädchen (setzt sich zu der Jacke): Äh, ja, also, findest du nicht, dass du mir in den letzten Wochen ziemlich zu klein geworden bist?
Jacke: Nein, glaub ich nicht, oder, ja, vielleicht ein bisschen.
Mädchen: Also, ich finde es nicht nur ein bisschen! Meine Arme tun immer noch weh und ich hatte dich vorgestern das letzte Mal an. Das ist schon ziemlich lang her.
Jacke: Tut mir wirklich leid, dass sie immer noch weh tun. Aber ich kann nichts dafür.
Mädchen: Ach Jacke, ich meine doch nur, dass du mir wirklich zu klein geworden bist und wir sollten schleunigst ein neues Zuhause für dich finden.
Jacke: Ich will aber nicht weg! Im Kleiderschrank stapeln sich zwar schon die Klamotten, aber ich könnte doch woanders liegen oder hängen.
Mädchen: Nein, um den Platz geht es mir nicht. Ich finde nur, dass du auch andere Mädchen glücklich machen solltest. Sie würden sich bestimmt freuen , wenn sie so eine flauschige Jacke bekommen wie dich.
Jacke (erst nachdenklich, dann bestimmt) : Nein! Jetzt weiß ich es sicher, ich will bei dir bleiben!!!
Mädchen: Dann bring ich dich eben nachts heimlich zum Altkleidercontainer. (Mädchen bekommt einen Schreck). Oh nein, jetzt habe ich mich verraten.
Jacke: Das war jetzt nicht dein Ernst, oder? Das wolltest du MIR antun? Obwohl du genau weißt, dass ich diese Container hasse? Es ist kalt und ekelig darin. Ich bin echt sauer!
Mädchen: Es tut mir wirklich schrecklich leid. Es ist mir einfach so rausgerutscht. Ich kann verstehen, wenn du jetzt total sauer auf mich bist.
Jacke: Hej, ist ja schon gut. Ich hab dich trotzdem lieb.
Mädchen: Ich habs! Ich habe die perfekte Lösung. Ich muss dich ja nicht anziehen, aber du kannst doch meine Kuscheljacke sein und ich schlafe mir dir zusammen im Bett. Dann musst du nicht weg.
Jacke: Ja, das ist wirklich eine gute Lösung. Danke, dass ich bei dir bleiben darf.

Kommentare

  1. Von Mareeka am

    Coole Geschichte
    Lg Mareeka

  2. Von Annika am

    Eine super sweet Geschichte.

  3. Von Rebekka Rusche am

    Das ist ja toll!

  4. Von Irmi Bäumer am

    Ein Minidrama mit Happy End.

  5. Von Irmi am

    Super, toll . Gut geschrieben.

  6. Von Julia am

    WowDu kannst wirklich gut schreiben. Mir gefällt die Lösung.

  7. Von Mia Becker-Rrühe am

    Ich finde es schön das sich beide so toll vertragen haben. Bitte schreibe doch noch mehr!

  8. Von Franz - Peter am

    Supie,
    Die Geschichte hat mir sehr gefallen..

  9. Von Sabine am

    Die jüngste Autorin hier und trotzdem Spitze! (oder gerade deswegen;-)

  10. Von Sissi am

    Eine schöne Geschichte und ein tolles Happy End.

  11. Von Paul Bircea am

    Aus einem lieben Menschen wird ein böser Mensch und dann wieder ein lieber Mensch

  12. Von Manu am

    Ich hätte mir gewünscht, dass der Jacke mal der Kragen platzt! Aber sonst gut, weiter so!

  13. Von anonymous am

    Gute Idee, aber man könnte es vielleicht spannender machen

  14. Von Chrissi am

    Klasse, super geschrieben

  15. Von Zümra am

    Das minidrama hat ein gutes ende

  16. Von Dramawerkstatt am

    Das Minidrama der Woche KW19.
    https://minidrama.de/minidrama-der-woche-3/
    Wie findet ihr den Film von Ema und Sarah?

  17. Von Mathilda am

    Hallo Ema und Sarah ich Finde den Film total toll !!!! Ihr beide habt das richtig gut gemacht !!
    ich bin richtig baf !! Richtig toll finde ich auch den Anfang des Filmes wo sie an den vielen Jacken vorbei geht
    Ganz ganz lieben Dank !!! 🙂
    Liebe Grüße Mathilda

  18. Von petra am

    Danke für die tolle Geschichte, sie gefällt mir total gut. Ich finde es schön, wenn Dinge mit Herz und Seele lebendig werden und zu dir sprechen ;-)))))) Ich würde die Geschichte gerne meinen Theatermädels zeigen . Grüßle Petra

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