Laras Lerndrama

Laras Lerndrama

Szene 1:
Die sechsjährige Lara muss zum Kindergarten gehen. Sie trödelt und will ihre Jacke nicht anziehen.

LARA (neugierig): „Papa, ich will dich was fragen. Bist du und Mama, also ihr zwei, seid ihr als Kleinkind im Kindergarten gewesen?“
PAPA (überrascht): „Nein mein Schatz, zu unserer Zeit gab es keinen Kindergarten.“
LARA (gereizt): „Ich will auch nicht zum Kindergarten gehen. Warum zwingt ihr mich immer dazu?“
PAPA (mit besonders milderem Ton): „Sieh mal mein Schatz, wenn es damals Kindergärten gegeben hätte, wären wir ganz bestimmt hin gegangen. Du hast dort neue Freunde bekommen. Ihr spielt jeden Tag tolle Spiele zusammen. Es macht bestimmt auch viel Spaß neue Lieder zu lernen. Das alles bereitet dich für die Schule vor. Dadurch wirst du ein kluges Mädchen.“
LARA: „Wenn alle Kinder, die zum Kindergarten gehen klug werden, seid ihr zwei dann dumm?“

Szene 2:
Mama druckt gerade eine Seite aus und Lara schaut ihr zu.

MAMA: „Oh manno man, das hat noch gefehlt. Der Drucker verliert Tinte von unten.“
LARA: „Kann das Papa reparieren?“
MAMA: „Das glaube ich nicht mein Häschen, der Drucker ist zu alt. Wir werden wohl einen neuen kaufen müssen:“

Indem Moment klingelt das Telefon. Die Oma ruft an und berichtet von ihrem Arztbesuch. Lara hört das Gespräch interessiert zu. Nach dem kurzen Gespräch versucht Mama die Tintenflecken zu entfernen.
LARA: „Mama, du hast vorhin am Telefon was gesagt. Was heißt Ikonez?“
MAMA: „Das heißt „Inkontinenz“ mein Häschen. Das bedeutet, dass man Pipi nicht mehr halten kann und in die Hose macht.“
LARA: „Sind die Babys dann Inkontinenz?“
MAMA: „Nein, das Wort wird nur bei Erwachsenen benutzt. Im Alter kann das bei vielen passieren.“
LARA: „Nein Mama, nicht nur die Alten. Unsere Drucker ist Inkontinenz, weil es die Tinte nicht mehr halten kann.“

Szene 3:
Lara hilft Papa beim Blumen anpflanzen. Sie darf die Blumensamen leicht unter die Erde drücken und danach ein wenig gießen.

PAPA: „Aus diesen Samen werden später wunderschöne Blumen.“
LARA: „Papa, glaubst du, dass meine Oma auch schon blüht?“
PAPA (schluckt erst mal): „Wie meinst du das mein Schatz?“
LARA: „Meine Oma haben wir doch beerdigt. Sie liegt, so wie diese Samen, unter der Erde. Dann wird sie bestimmt auch wunderschön blühen. Ich glaube die Blüten werden die Farben von Regenbogen haben.“

Kommentare

  1. Von Mery am

    Der Text ist lustig und gleichzeitig regt es zum Nachdenken an. Und das erst mit 11 ! Super Leistung! Weiter so!

  2. Von Merry am

    Lustig und zum Nachdenken.
    Sehr schön geschrieben! Weiter so!

  3. Von Poet35 am

    „Kindermund tut Wahrheit kund!“ Auf eine originelle Art und Weise. Wenn du mit 11 schon so gut analysieren und in Worte fassen kannst, wird aus dir einmal sicherlich eine tolle Schriftstellerin. Sehr schön geschrieben! Ich bin beeindruckt!

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