Ist in deinem Kopf Platz zum Träumen?

(Bastian liegt erschöpft im Bett und rührt sich nicht. Maria und Conny stehen neben ihm und wollen das er endlich wieder mit ihnen raus geht.)

Bastian: Jetzt nicht. Ich habe keine Zeit für euch. Nicht in diesen Zeiten.

Maria: Doch, komm. Du musst mitkommen. Besonders in diesen Zeiten.

Bastian: Es ist zu viel. Nein, geht weg. Die ganze Welt geht unter, ich habe keine Zeit mich mit euren Hirngespinsten zu befassen.

(Conny blickt verärgert auf Bastian hinunter)

Conny: Ist in deinem Kopf kein platz mehr zum träumen?

Bastian: Nein, ganz sicher nicht. Nicht, wenn da draußen so viele Probleme auf mich warten.

Maria: doch, komm. Wir wollen Geschichten erfinden und nicht mehr an die schlimmen Zeiten denken.

Bastian: (laut und wütend) Ich sagte ich habe keine Zeit!

Conny: Aber wir. Wir wollen wieder träumen gehen.

(Maria steigt auf einen Stuhl)

Maria: Drachen fliegen. Ein Drache fällt. das Licht geht aus.

(das Licht geht aus)

Maria: Das Licht geht an.

(das Licht geht wieder an)

Maria: Die Welt steht still. Trotzdem alles laut, alles wild.

Bastian: All die Sorgen.

Conny: All die Farben. (An Maria gerichtet) Lass uns noch einmal wieder träumen.

Maria: Der Ritter kämpft. Der Ritter fällt.

(das Licht geht aus)

Maria: Der Ritter lebt

(das Licht geht wieder an)

Maria: Der Ritter siegt.

(Maria springt vom Stuhl wieder runter.)

Maria: (bedauernd, traurig) Ist in deinem Kopf kein Platz mehr zum träumen?

(Pause)

Conny: Dann lass uns gehen, Maria. Wir haben einen Freund verloren. Verloren an die graue Welt ohne Träume, ohne Fantasie. Kein Platz mehr im Kopf um Träume zu leben. Wir haben ihn verloren, er ist ertrunken.

(Conny nimmt Maria bei der Hand und beide gehen. Bastian setzt sich im Bett auf.)

Bastian: Freund verloren? Das wollte ich doch gar nicht. Ich dachte nur, es wäre nicht die richtige Zeit zum träumen. Aber das hab ich ihnen ja gar nicht gesagt. Nur das ich keine Zeit habe für sie. Freund verloren. Ich hab meine Freunde verloren!
(grübelnd) Aber vielleicht stehen sie ja noch draußen.
(laut, rufend) Halt! Wartet! Ich bin ja hier, ich bin dabei. In meinem Kopf ist jetzt platz zum träumen!

(Bastian steigt aus dem Bett und folgt ihnen hinaus)

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