Wasser, Kaffee, Nikotin oder Sommer

Für mich warst du nie wie Wasser, Kaffee, Nikotin oder Sommer.
Ich konnte ohne dich leben, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu vermissen.
Ich habe nicht einmal bemerkt dass du fehlst, weil ich eben diese Dinge im überfluss hatte und auch habe.
Es war als hätte mir jemand einen vertrauten Wink gegeben, und schon musste ich wieder an dich denken.
Das Gefühl dich nicht bei mir zu haben, hat nicht weh getan, und war auch nicht stetig präsent.
Ich habe dich nicht gebraucht. Das habe ich nie. Und das werde ich nie.
Und es ist als schaue ich in einen Spiegel und schneide mich an den Scherben, an welchen ich selbst schuld bin.
Meine Schuld, weil ich dich für einen kurzen, viel zu teuren, Moment an mich ran gelassen habe.
Mir wurde der Spiegel vorgehalten.
Ich habe gesehen, dass ich für dich auch nicht wie Wasser, Kaffee, Nikotin oder Sommer bin.
Du kannst ohne mich leben, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu vermissen.
Ich schaue in einen Spiegel und hätte es besser wissen müssen.
Wieso sollte ich erwarten, dass du mich mehr brauchst als ich dich?
Es scheint als hättest du mich nie gebraucht, aber ich musste lernen dich nicht zu brauchen.
Ich musste lernen, das Gefühl dich zu brauchen, zu vergessen.
Und du tatst es einfach so.
Mit Leichtigkeit wie es scheint.
Nur manchmal wenn du Lust auf etwas anderes als Wasser, Kaffee, Nikotin oder Sommer hast, bekomme ich einen vertrauten Wink und schneide mich erneut an Scherben.
Und wie ein Kleinkind, lerne ich nicht daraus.
Ich lerne nicht, es sein zu lassen.
Immer noch verwundert darüber, warum du ohne mich leben kannst und ich ohne dich.
Und warum du mir so egal bist, und wieder nicht.
Und warum du der Mann bist, der mir für immer am meisten weh getan hat, obwohl ich dich kaum kenne.
Und warum du mir so viel lieber wärst als Wasser, Kaffee, Nikotin oder Sommer.

Kommentare

  1. Von Pauline Hofer am

    Smash den Text

  2. Von Svenja am

    Gänsehaut. So ein schöner Text

  3. Von Sophie am

    Ein wirklich schöner Text 🙂

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