Endlich frei!

Sie schlug die Augen auf. Ein Kloster. Überall kahle Steinwände. Sie gähnte und stand auf. Autsch. Ihr Rücken schmerzte. War sie etwa auf diesem harten Holzstuhl eingenickt? Mit ihren Fingern fuhr sie die raue, kalte Mauer entlang. Sie fühlte sich eingeengt und mit einem mal kamen die Erinnerungen zurück. WOW!
Sie ließ sich auf den Boden sinken, auf die Knie. Ihre Hände glitten an ihre Schläfen. Sie zuckte zusammen. Ein Geräusch. Das Knirschen einer Feder auf einer Papierrolle. Sie stand auf und ging zu einem Tisch, auf dem sich wohl zuvor ihr Kopf befunden hatte. Da stand: Schreibe einen tollen Bericht über mich!
Dieses dumme Etwas, das sie hier gefangen hielt!! Ach was hätte sie dafür getan, endlich ihre Familie in die Arme schließen zu können… Aber anstatt bei ihrer Familie geschützt und frei in die Schule zu gehen, musste sie hier Aufträge eines Mannes namens „Güz“ erfüllen. Dieser Mann wollte ständig, dass sie für ihn etwas schrieb…
Es war mysteriös. Tränen flammten in ihren Augen auf. Sie nahm die Feder und fing an. Eine Träne tropfte auf die Papierrolle und dann, noch eine… Plötzlich begann die Rolle sich zu verändern. Da war ein Bild, darunter stand in großen Goldlettern geschrieben: „GÜZ GEWINNT IMMER!“. Doch auf dem Bild war nicht der Mann abgebildet, es war ein vogelartiger Mensch. War das Güz? Was hatte es nur mit dieser komischen Rolle auf sich? Das musste sie unbedingt wissen. Neugierig schritt sie durch eine kleine, unscheinbare Tür, die ihr bis jetzt noch gar nicht aufgefallen war.
Ein langer Korridor…
„Buh!“, hörte sie eine Stimme, „na, hast wohl nicht damit gerechnet?“ Langsam aber sicher drehte sie sich um. Das war diese Vogelkreatur. Auf einer besonders hässlichen Feder seines Federkleides stand „Geheimunternehmen Zauberer“. Hä??? Sie verstand gar nichts mehr. Der ulkige Kauz meinte: „Jetzt kann ich dir ja endlich alles genau erzählen, nicht?“
Er bat sie, sich auf einen gemütlichen Sessel zu setzen…
…Und begann zu berichten: „Vor langer, langer Zeit gab es einmal einen riesigen Krieg zwischen meinem Zaubervolk und den Mixx- das sind ,(er würgte), Hexen. Sie sind abscheulich“. Er schüttelte sich kurz und sprach mit seiner tiefen, rauen Stimme weiter: „Nun ja,“, er räusperte sich kurz, „die Mixx haben gewonnen. Seitdem habe ich alle Mixx, die mir untergekommen sind, gefangen, denn hier können sie keine Magie ausüben… Du hast richtig gehört. Alle, also bist du auch eine!“ Sein schallendes Gelächter, das nun folgte, bereitete ihr eine Gänsehaut. Sie konnte sich nicht bewegen, während der Anführer der Güz sie in einen Kerker brachte. Oh nein! Er verriegelte die Tür. HILFE! Sie wollte schreien, aber ihr Mund fühlte sich zu trocken an und ihre Kehle brannte. Vor lauter Erschöpfung ließ sie sich auf das Heu sinken. Sie ah sich um. In der Ecke sah sie ein kleines, schüchtern wirkendes Mädchen, das sehr nett war und ihr alles erklärte. Sie meinte, sie beide seien Mixx. Doch nur eine einzige Mixx könne hier zaubern und zwar nur, weil sie ihre Eltern noch nie gesehen hat. „Diejenige kann mit Hilfe der Sehnsucht eine Macht herbeirufen, die sonst keiner beherrscht, aber… Ob diejenige je kommen wird?“ Nein, das konnte nicht sein. Das traf – genau – auf sie zu. Das murmelte sie auch dem Mädchen Lara zu, als diese einen fragenden Blick auf ihren offenen Mund warf. Lara war verblüfft. Die Retterin war endlich gekommen!! Lara erklärte ihr nochmals, dass sie das Gefühl der Sehnsucht bräuchte und es einfach loslassen sollte. Doch sie kannte ihre Familie nicht! Wie sollte sie es schaffen? Dieses Gefühl?
Ihre Gedanken drifteten ab und plötzlich spürte sie das Gefühl der Sehnsucht. Ihr Herz pochte. „Lass einfach los!“, flüsterte Lara und – sie ließ los. Was für eine Erleichterung. Das vergitterte Fenster ging zitternd, und knarrend auf, endlich, sie konnten raus. Die Sonne brannte. Ihre Augen sahen zum ersten Mal seit Jahren Licht!! „Komm, schnell weg hier, bevor es zu spät ist!“, riss Lara sie aus ihren Tagträumereien. Sie rannten zusammen, wie auf ein stummes Kommando, los und lachten beide glücklich. Nach einer kurzen Rast wollte Lara wissen, wie sie hieß. Aber…Sie hatte keine Ahnung. Eine bedrückende Stille breitete sich unter den zwei Mixx aus. Nach einer Weile kamen sie zu einem Dorf, dort saß eine Familie. Zwei Elternteile und ein Mädchen. Sie wusste,
das war – ihre Familie!! Ihre Mutter schrie einen Namen. Sie rannten aufeinander zu und umarmten sich herzlich. Endlich war sie frei! Eine unbeschreibliche Freude breitete sich aus. Sie hatten sich gefunden. Und…
…Sie wusste nun endlich, wie sie hieß!
Luisa

Kommentare

  1. Von ... am

    Hallo,
    das ist eine bezaubernde Geschichte!
    Danke für diese tolle Inspiration!

  2. Von ... am

    Hallo,
    danke für diese wunderbare Geschichte!
    Sie war ein tolle Inspiration für mich und meine beste Freundin!

  3. Von Claudia Eigel-Hanus am

    Sehr dynamisch und spannend geschrieben. Man muss unbedingt weiterlesen! Nach einer kleinen Optimierung der Redewendungen ist dieser Text auf dem Weg Teil einer magischen Serie packender Fortsetzungen zu werden. Bravo!

  4. Von Karin am

    Sehr spannend und detailreich erzählt! Bravo Elena!

  5. Von Hermann Schönthaler am

    Das ist eine gelungene Erzählung, spannend , faszinierend! Gratuliere zu dieser Arbeit!

  6. Von Lukas am

    Packend und anregendes Erlebnis

  7. Von Klaus am

    Die Geschichte hält einen bis zum Schluss gefesselt und macht richtig Spaß. Ein tolles Abenteuer, das man nicht verpassen sollte!

  8. Von Katia am

    Wow! Spannende Geschichte bis zum Schluß!

  9. Von Corina am

    Ich finde deine Geschichte ist mega cool und voll spannend. Du hast deine Emotion richtig gut um gesetzt.

  10. Von Sia am

    Sehr spannend und gut erzählt!
    Freue mich auf weitere solch megacoole und spannende Geschichten von dir.

  11. Von Lisa am

    Ich finde deine Geschichte richtig spannend!
    Weiter so!!!

  12. Von Max am

    Sehr schön geschrieben.
    Ich habe mit Luisa innerlich richtig mitgefiebert!

  13. Von Emily am

    Eine tolle Geschichte!
    Sehr fantasievoll! Schöne Ideen!

  14. Von Annalena am

    Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen!

  15. Von Mona am

    Die Geschichte ist sehr originell und spannend!
    Wird es eine Fortsetzung geben?
    Ich würde mich sehr freuen!

  16. Von Sophie am

    Eine fantastische Geschichte, die richtig spannend ist! Super!

  17. Von Martin am

    Das erinnert mich an meine Kindheit! Damals habe ich auch Geschichten geschrieben, in denen ich versucht habe, viele Gefühle zu verpacken! Bei dir hat es sehr gut geklappt!

  18. Von Noah am

    TOLL
    Gefällt mir super!

  19. Von Collin am

    Ich habe die Geschichte schon zum Dritten Mal gelesen! Sie ist immer wieder sehr aufregend und fesselnd! Man will unbedingt mehr!

  20. Von Marijana am

    Sehr spannende und wirklich toll erzählte Geschichte. Macht Lust auf mehr! 🙂

  21. Von Denise am

    Ich finde die Geschichte spannend und sehr phantasievoll!

  22. Von Philipp am

    Unglaublich spannend und kreativ!

  23. Von Leonie am

    SUPER!

  24. Von Elisabeth am

    Unglaublich spannend erzählt! Die Geschichte fesselt! Toll geschrieben!

  25. Von Sabine am

    Eine wirklich von Anfang bis Ende spannende Geschichte! Ich würde zu gerne wissen, wie es weitergeht. Ganz toll geschrieben, wow!!

  26. Von Kostas am

    Wunderschoen !!!

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