Vorstellung von Freiheit

Wenn ich mir Freiheit vorstelle, dann sehe ich Bäume. Ich sehe, wie der Wind durch die Äste streift und höre das Rauschen der Blätter, ich sehe die Finger und Arme eines kleinen Mädchens was über Wiesen tanzt. Ich höre es lachen und ihre langen braunen Haare fliegen mit der Drehung. Ihr weißes Kleid folgte dem weg, welcher von dem Strom der Erde vorgegeben wurde. Ich spüre dann die Leichtigkeit des Kindes und ich sehne mich nach dem Lachen. Doch ich weiß so ist Freiheit nicht.

Diese einfache Art von Freiheit ist einzig und allein das Produkt der Fantasie eines anderen Mädchens, welches zwar der Meinung ist, frei zu sein, aber es ist sich sicher ist das wahre Freiheit nicht existiert. Sie ist der Meinung das die Gesellschaft ihr schon lange Ketten angelegt hat. Ihr Wunsch ist es auszubrechen und nur mit einem Rucksack durch jedes Land dieser Erde zu streifen. Das Schlechte und das Gute zu verbinden in dem Wissen sie sind frei. Doch der einzige Weg, den sie sieht und der ihr am naheliegendsten erscheint ist es, in der Gesellschaft aufzusteigen.

Würde sie das schaffen, kann sie wenigstens nicht mehr von den Schichten zerdrückt werden. Dabei ist ihr einziger Wunsch nur das diese Kontrolle verschwindet. Sie will sich nicht ständig kontrollieren müssen, aber sie will sie auch nicht abgeben. Würde sie nur einmal verschwinden, nur ganz kurz, wäre sie dann frei? Doch um sie verschwinden zu lassen hat sie sich zu sehr unter Kontrolle.

Sie sieht das kleine Mädchen aus ihrer Fantasie und wie diese Sekundenszene immer kürzer wird. Diese Leichtigkeit wird immer weniger greifbar. Ihr Glaube, besteht aus den Dingen, die sie greifen kann und es wird immer weniger. Greifbar ist das Raster, das System in welchen sie immer weiter wie eine Marionette hineinschreitet.

Alle sind der Meinung sie sei frei, auch ich, aber sie rennt dauernd gegen die Wände, in die die Ketten sie ziehen. Dieses arme Mädchen kann die Ketten nicht ablegen, da sie sie festhält und nicht loslässt.

Sie hat ein Geheimversteck, eines in dem sie Ruhe hat und sie sich von den Ketten entfernen kann, doch sie kennt den Weg nicht mehr. Sie war einfach zu lange nicht mehr da und hat versucht die Freiheit in ihrem Gefängnis zu finden. So bleibt sie weiter der Meinung das sie wirklich nur ein Wunsch der Seele ist.

Kommentare

  1. Von Sam am

    Wow. Das ist wirklich toll geschrieben. Man konnte genau nachvollziehen, wie sich das Mädchen fühlt. Du hast so viele tolle Metaphern eingebaut. Ich kann das wirklich nachempfinden. Ich wusste sofort, was du meinst und wie du es rüberbringen wolltest. Bitte mach weiter so! Das war wirklich gut 🙂

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