Der Keller

Ich wollte nicht. Ich hatte noch nie gewollt. Doch ich musste.
Okay, das war jetzt vielleicht ein bisschen komisch, aber so war es … vor 37 Jahren. Damals war ich 13. Und hatte riesige Angst vor unserem Keller.
Alles fing damit an, dass ich neue Kaffebohnen hohlen sollte, nicht für mich, sondern für Mom. Sie hatte sich letzte Woche den Fuß veknackst. (Sie hatte eine Stufe der KELLERTREPPE nicht gesehen und ist gestolpert. Was ja wohl der eindeutige Beweis dafür ist, dass der Keller verflucht ist!) Aber jetzt wieder zurück zu den neuen Kaffebohnen, obwohl … Von „neu“ kann keine Rede sein, denn sie lagen schon seit bestimmt 3 Monaten da unten rum und gammelten vor sich hin. (Falls Kaffebohnen so etwas tun.) Und leider, leider, leider, waren Papa und George (George ist mein Bruder) gerade zusammen beim Nürburgring. Jetzt blieb nur eine übrig die diesen Job erledigen konnte, ich. Also schloss ich die Tür zum Keller auf. Sie quietschte fürchterlich als würde sie starke Schmerzen erleiden, als ich sie öffnete. Nun stieg ich die Kellertreppe, von der jede Stufe knarzte, wenn man sie belastete, hinunter. Und da sah ich sie… die Augen. Sie glühten gelb und waren zu Schlitzen verengt. Die Pupille stand aufrecht, und sie starrten mich an. Ich schrie auf und griff nach irgendwas, es war das Geländer. Nun zog ich so stark daran, dass es knackte und schließlich von der Wand abbrach. Und das mit solcher Wucht, dass es mich von der Treppe riss. Ein stechender Schmerz schoss in mein linkes Bein. Nun sah ich auch den massigen Körper und den langen, mit Spitzen besetzten Schwanz, den die Augen hinter sich her zogen. Der Kopf des Monsters muss riesig gewesen sein, im Vergleich zum Rest, meine ich. Ich nahm das abgebrochene Geländer, dass ich beim Sturz hatte fallen lassen und holte zu einem Schlag aus. Da kam Mom herein und fragte entsetzt „Was ist denn hier los?“ Ich schaute zu ihr und dann dahin, wo gerade noch das Monster gestanden hatte. Doch es war weg. Da sah ich einen kleinen Feuersalamander der über den Boden witschte und schließlich verschwand.

Kommentare

  1. Von Joana am

    Anschaulich und witzig geschrieben, man war beim Lesen direkt mittendrin.

  2. Von Sebastian H. am

    Sehr schön..
    Auch wenn es bei mir als Kind andere “Monster” im Keller waren, konnte ich mich schnell in die Lage des Kindes versetzen. Gern hätte ich noch ein bisschen weitergelesen..

  3. Von Ralf Beitz am

    Toll geschrieben !

  4. Von Ralf Beitz am

    Toll geschrieben ! Prima zu lesen!

  5. Von sarah rohde am

    Super geschrieben

  6. Von Tiedemann Angelika am

    Spannend. Sehr gute Ausdrucksweise.

  7. Von Katrin am

    Man kann sich direkt in die Person hineinversetzen. Spannend und detailreich geschrieben .

  8. Von Alexandra Labahn am

    Sehr schön geschrieben
    Spannend und witzig,man ist mitten drin

  9. Von Steffen N. am

    Sehr entspannt zu Lesen ! Liebe Grüße

  10. Von Susanne Stromberg am

    Ich konnte das Monster förmlich sehen.
    Guter Spannungsbogen:(

  11. Von Jennie T. am

    Sehr spannend und mitreißend geschrieben. Ich hätte auch gerne mehr gelesen. Klasse, Merle!

  12. Von Marion Bartsch am

    Super,spannende Geschichte toll geschrieben.

  13. Von Claudia B am

    Spannung bis zum Schluss, super geschrieben!

  14. Von Aileen am

    WOW, einfach toll, mir fehlen die Worte ❤️

  15. Von Chiara am

    Sehr spannende und kreative Geschichte! Die Atmosphäre im Keller war richtig gruselig beschrieben, sodass man beim Lesen mitgefiebert hat. Besonders das Ende mit dem Feuersalamander war überraschend und cool gelöst.

  16. Von Birgit H. am

    Gut geschrieben. Man kann sich das Ganze gut vorstellen.

  17. Von Rose am

    Super Geschichte. Man konnte sich in die Person hineinversetzen und es miterleben, als wäre man sie selbst. Es war sehr spannend. Weiter so

  18. Von Jolina Matula am

    Nachvollziehbar und spannend. Sehr gut geschrieben.

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