Dunkle Nacht
(Ein Korb steht im Dunkel vor einem hohen Tor, welches sich langsam öffnet, eine alte Frau tritt heraus)
Alte Frau:
Wer kann das sein, in dunkler Nacht?
Gesindel, Diebe? Huch! (Sieht den Korb
Ein greller Blitz am Himmel
Die Alte Frau erschrickt)
Ein böser Fluch!
Die finstre Macht!
(Weicht zurück und bekreuzigt sich)
Wer stellt des Nachts den Korb hierher?
(Man hört ein leises Weinen aus dem Korb)
Mein Herz wird schwer.
(Traut sich die Decke vom Korb anzuheben und erblickt ein Kind, welches sie mit großen Augen ansieht)
Ein Kind!
Es graut mir.
Fort geschwind!
Kusch, kusch.
Fort mit dir.
Husch, husch.
(Blickt zum Haus)
Der Herr sprach,
wir sind in Nöten,
und befahl danach,
alle Kinder kalt zu töten!
Ich werde dich zum Herren bringen.
Ich handle nach seinem Gebot.
(Kind gluckst, die alte Frau schluckt)
Das wäre dein sicherer Tod.
Ich würde dich ins Elend zwingen.
(Schüttelt den Kopf)
Ich werde dich vor allen Gefahren,
in meinem eignen Heim bewahren.
Es wird reichen, doch ist es klein.
Du wirst mir Gesellschaft leisten.
(Nimmt den Korb und verbirgt ihn unter ihrem Mantel)
Ich lebte allein,
nun mit einem Verwaisten.