Mut oder Leichtsinn?
Das Feuer breitete sich aus. Überall hin. Wir wohnten im zehnten Stock eines Hochhauses in New York. Unsere Großmutter wohnte im fünften Stock. Und sie war 81 Jahre alt. Das war nicht gut.
Ich schrie: „Sis! Wo bist du?!“
Meine Schwester antwortete: „Ganz oben!“
Ich: „Komm nach unten!“
Ich hörte Schritte.
Lisa (meine Schwester) : „Was machen wir jetzt?“
Ich: „Erinnerst du dich an die lange Strickleiter?“
Lisa: „Ja.“
Ich: „Hol sie, nimm Betty, den Hund von Frau Schmidt mit und klettere nach unten. Bring dich einfach in Sicherheit und suche nach Mom und Dad Und… Egal was, bring dich nicht in Gefahr.“
Lisa: „Was ist mit dir?“
Ich: „Ich komme…” keuch “… schon klar… Geh schon.“
Lisa hustet: “okay.“
Ich rannte die Treppen nach unten zu unserer Großmutter. Da wurde mir bewusst: ich rannte direkt ins Feuer. Ich blieb abrupt stehen. Innen drin stritt ich mit mir selbst.
Mut und Herz: „Du musst gehen. Du musst deine Oma retten.“
Verstand: „Nein, geh nicht, du rennst direkt ins Feuer. Du wirst sterben!“
Mut und Herz: „Du musst gehen, sonst stirbt jemand, den du liebst!“
Verstand: „Du willst nicht sterben! Dann wird deine Familie um dich trauern, und deine Schwester wird sich die Schuld geben, weil sie sich selbst gerettet hat.“
Mut und Herz: „Du kannst es schaffen. Deine Schuldgefühle werden dich für immer verfolgen, wenn du deine Oma sterben lässt.“
Ich flüsterte: „Na gut, ich mach’s.“
Ich stürzte mich nach unten. Irgendwie schaffte ich es, meine Oma zu finden, erst zur Leiter und dann sicher nach unten zu bringen.
Danke Mut.
Ist das jetzt Mut oder Leichtsinn?
Kommentare
Ein Minidrama das in Spannung hält.
Hat mir sehr gut gefallen!
Der innere Kampf wird spürbar gemacht .