Wut

Es platzte aus mir heraus. All die Jahre, wo ich gemobbt wurde und wo ich nichts gesagt hatte, weil ich Angst hatte, man würde mich nicht verstehen, platzten aus mir heraus. Der Schulleiter guckte mich endgeistert an. Wie hatte er nur übersehen können, dass seine Schule voll von Bullis war, die einen schlagen, ins Klo tauchen oder noch Schlimmeres taten. War er blind auf beiden Augen oder hatte er das alles gesehen? Tat er aber nichts, weil seine Tochter die größte Mobberin von allen war? Apropos, wo steckte Valleri eigentlich? War sie nicht eben noch hier und beschuldigte mich, die Prügelei, die sie angezettelt hatte, mir anzuhängen?! Wahrscheinlich war sie gegangen, als ich begonnen hatte, den Direktor zu beschuldigen. Da war ich nämlich voll in meinem Element gewesen. Ich war einfach so sauer oder vielmehr ich bin so sauer! Das Leben ist so unfair! Entweder man gehört zu den Fiesen und man wird respektiert oder man gehört zu den kleinen Unscheinbaren, den Opfern – denen man keinen Respekt gebührt. Vielleicht gibt es auch viel mehr Kategorien. Leider kenne ich aber nur die zwei und ihr dürft dreimal raten, in welcher Kategorie ich bin…aber zum Glück hatte ich jetzt, den Mut etwas zu sagen. Vielleicht lerne ich jetzt eine neue Kategorie kennen: Die Mutigen oder so. Da würde ich gerne dazu gehören.

Kommentare

  1. Von Kathrin Brake am

    Man spürt, den Aufbruch zur Veränderung!

  2. Von Manfred Rosinski am

    Ein komplexes und leider sehr aktuelles Thema in einer kurzen Form eindeutig formuliert

  3. Von Rosinski Brigitte am

    Super gut geschrieben
    Das Thema ist sehr brisant und immer präsent
    Ich gebe 5 Sterne

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