Wenn das Licht ausgeht, fängt der Mut an!
(Moritz, Lukas, Lucy und Paulina räumen gemeinsam den Klassenraum auf. Alle anderen sind bereits gegangen. Draußen beginnt ein starkes Gewitter.)
Moritz: Wow, das klingt ja wie Weltuntergang.
Lukas: Hoffentlich fährt mein Bus noch …
Lucy: Entspann dich. Das Gewitter geht bestimmt schnell vorbei.
(Plötzlich geht das Licht aus.)
Lukas: Ähm … okay, das wird langsam echt unheimlich.
Paulina: Keine Panik. Wir bleiben einfach zusammen, dann passiert uns nichts!
(Lucy schaltet die Taschenlampe ihres Handys ein.)
Moritz: Sehr gut. Ohne Licht sehe ich aus wie ein verlorener Maulwurf.
Lucy: Du siehst immer so aus.
(Alle lachen kurz.)
Lukas: Aber wir dürfen doch gar keine Handys.
(Paulina versucht die Tür zu öffnen.)
Paulina: Leute, die Haupttür nach draußen geht nicht mehr auf!
Lucy: Ruhig bleiben. Wir finden einen Weg.
Moritz: Genau. In Filmen schaffen die das auch immer.
Lucy: Ja, aber in Filmen löst immer jemand eine Falle aus, indem er stolpert!
Paulina: Aber wir sind ja auch nicht im Film!
(Moritz stolpert fast.)
Moritz: Perfektes Timing. Bin gestolpert!
Lukas: Nicht dein Ernst?!
(Die Gruppe läuft vorsichtig den dunklen Flur entlang.)
Lukas: Ich hab ehrlich gesagt ziemlich Angst.
Paulina: Das ist okay. Wichtig ist, dass wir zusammenhalten.
(Moritz platzt dazwischen)
Moritz: Und wir dürfen uns auch nicht verlieren, dann sind wir nämlich verloren!
Lucy: Da vorne ist das Lehrerzimmer. Vielleicht gibt es dort ein Telefon.
(Die Tür klemmt.)
Moritz: Die bewegt sich keinen Zentimeter.
Paulina: Dann gemeinsam!
(Alle drücken gegen die Tür. Sie springt auf.)
Lucy: Geschafft!
(Lukas bleibt an der Tür stehen. Die andern gehen ein Stück hinein. Er ist unsicher.)
Lukas: Aber ich weiß nicht ob wir ins Lehrerzimmer dürfen. Oder?
Lucy: Ach komm, sonst sind wir morgen immer noch hier drin!
Moritz: Los wir müssen ein Telefon finden!
Lukas: (kleinlaut und leise) Es ist richtig unheimlich.
Paulina: Das Telefon liegt in der dunkelsten Ecke dahinten.
Lucy: Einer muss es holen.
Moritz: Wer?
(Lukas kommt wieder dazu.)
Lukas: Ich mach’s.
Paulina: Du bist echt mutig! Ich traue mich das nicht.
Lucy: Du schaffst das! Ich glaub an dich.
Moritz: Los.
(Lukas läuft zitternd los. Irgendwo kratzt es – er zuckt zusammen, geht aber weiter zum Telefon.)
Lukas: Hier.
(Er streckt Lucy das Telefon hin, als er wieder kommt.)
Lucy: Danke! Ich ruf jetzt erstmal den Hausmeister an.
(Lucy geht ein Stück weg und ruft den Hausmeister an.)
Lukas: Das war so unheimlich! Und gruselig.
Lucy: Er kommt gleich.
Moritz: Ohne euch wäre ich wahrscheinlich immer noch im Klassenraum.
Lukas: Ich auch.
Paulina: Manchmal braucht man einfach Mut … und gute Freunde.
(Das Licht geht plötzlich wieder an.)
Paulina: Schaut doch, die haben so viele Süßigkeiten auf dem Tisch stehen!
Lukas: Und uns sagen sie immer, wir sollen nicht so viel Süßes essen!
(Alle müssen lachen.)
Lucy: Sieht so aus, als hätten wir unser kleines Abenteuer überlebt.
Moritz: So klein war es jetzt auch nicht.
(Alle lachen erleichtert.)
ENDE
Kommentare
Eine tolle Geschichte mit einer wichtigen Botschaft. Besonders schön ist, dass Mut hier nicht als etwas Großes und Übermenschliches dargestellt wird, sondern als etwas, das in kleinen Schritten entsteht. Die Freundschaft zwischen den Kindern macht das Minidrama besonders berührend. Sehr gelungen!
Kurz, spannend und voller Herz. Besonders gefällt mir, wie die Geschichte zeigt, dass echter Mut oft genau dann entsteht, wenn man sich seinen Ängsten stellt. Sehr schön geschrieben!
Super gemacht! Der Moment, in dem Lukas sich trotz seiner Angst ins Dunkle traut, ist stark – und der Maulwurf-Spruch und die Süßigkeiten sind zum Schießen. Genau das richtige Stück zum Thema Mut!
Mut und Zusammenhalt, gegenseitiges Empowerment machen das Leben aus. Wunderbare Geschichte.
Wir lesen die spannenden Zeilen, halten uns an den zitternden Händen fest und blicken Angsterfüllt in alle Richtungen. Wo ist das Monster? Die Spannung ist nicht zu ertragen.
Kommen wir je wieder aus dem Drama raus?top.
Was für ein tolles Stück! Bei ‚Ohne Licht sehe ich aus wie ein verlorener Maulwurf’ musste ich laut lachen. Am meisten mochte ich aber, dass ausgerechnet Lukas – der am Anfang am meisten Angst hatte – sich dann in die dunkle Ecke traut. Da hab ich richtig mitgefiebert! Und die Sache mit den Süßigkeiten am Schluss ist herrlich. Mut und gute Freunde – passt perfekt zum Thema.
Ich finde deine Geschichte sehr sehr toll!
Die Spannung wird immer grösser, kaum aus zu halten. Wieso rettet uns keiner? Blicke in Gigantische schwarze Wolken, die sich zur flauschigen Kuscheldecke formiert haben. Bitte, bitte Rettung jetzt.
Das Drama ist maximal fesselnd. Verlasse jetzt die Geschichte.